Bamiyan Kulturhaus e. V. München

Ein Zuhause für Kultur, Begegnung und Gemeinschaft

Seit 2010 bringen wir Menschen zusammen, fördern Integration und schaffen einen Ort des Austauschs zwischen Generationen und Kulturen – mitten in München.

15+Jahre Vereinsarbeit
6laufende Programme
2026Urkunde „München dankt!“
Symbolisches Header-Bild des Bamiyan Kulturhaus e. V.: Das historische Bamiyan-Tal in Afghanistan als kultureller Ursprung trifft auf ein generationenübergreifendes Gemeinschaftsevent für Bildung, Musik und Kunst in München.
Gegenüberstellung: Landschaft von Bamiyan (Afghanistan) und eine kulturelle Gemeinschaftsveranstaltung in München.
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Von Bamiyan nach München; Kultur bewahren, Gemeinschaft leben
Ausgezeichnet

Am 4. Juli 2026 wurde das Bamiyan Kulturhaus von der Landeshauptstadt München und dem Selbsthilfezentrum München mit „München dankt!“ geehrt – ein Dank an alle Ehrenamtlichen und Mitglieder.

Die Urkunde „München dankt!“ der Landeshauptstadt München und des Selbsthilfezentrums München, verliehen an Mohammad Reza Bagheri (Bamiyan Kulturhaus München e. V.)
Nachweis über Bürgerschaftliches Engagement für München, ausgestellt vom Selbsthilfezentrum München für Mohammad Reza Bagheri
Über uns

Ort der Begegnung, Kultur und Unterstützung

Das Bamiyan Kulturhaus e. V. ist ein Ort des Zusammenkommens, der Kultur und der Unterstützung. Unser Ziel ist es, die kulturellen Beziehungen zu fördern, die Integration zu stärken und eine Plattform für den Austausch zwischen den Generationen zu schaffen. Gegründet wurde der Verein 2010 von Mohammad Reza Bagheri, der ihn bis heute als Vorstandsvorsitzender leitet.

Als Trägerin der Hazara-Kultur in München verbinden wir Sprache, Tradition und humanitäres Engagement – lokal in München und mit Projekten in Afghanistan. Für dieses ehrenamtliche Engagement wurden wir am 4. Juli 2026 von der Landeshauptstadt München mit der Urkunde „München dankt!“ geehrt.

Integration & Bildung
Sprache & Kultur
Generationenaustausch
Humanitäre Hilfe

Mehr über die Urkunde lesen →

Unsere Angebote

Programme & Aktivitäten

Von Sprachkursen bis Sport – hier findest du unsere laufenden Angebote für Jung und Alt.

Flyer des Bamiyan Kulturhaus e. V. für den Farsi-Sprachkurs in München für Kinder und Jugendliche von 6 bis 15 Jahren, sonntags von 10:00 bis 13:00 Uhr.

Farsi-Kurs

Farsi-Sprachkurs für Kinder und Jugendliche (6–15 Jahre): Warum ist die Pflege der Muttersprache für Kinder von Migranten so wichtig? Studien (u. a. der Harvard University) zeigen: Das Sprechen und Erlernen der Muttersprache hemmt den Erwerb der Zweitsprache Deutsch keineswegs – im Gegenteil! Ein starkes Fundament in der Erstsprache fördert die geistige Entwicklung, stärkt das Selbstbewusstsein und erleichtert nachweislich das Erlernen der deutschen Sprache.

📍Balanstr. 208, München
🕐Sonntags, 10-13
für Kinder und Jugendliche (6–15 Jahre)
Sport & Bewegung

Sport & Bewegung

Sport verbindet – für Körper, Geist und Gemeinschaft. Bewegung macht nicht nur gesund und fit, sie schlägt auch Brücken zwischen Menschen. In unseren Sport- und Bewegungsangeboten schaffen wir Raum für Begegnung, Motivation und gegenseitigen Respekt. Egal welches Alter oder Herkunft: Bei uns steht die Freude am gemeinsamen Aktivsein im Mittelpunkt!

📍Zusammenarbeit mit Partner (RBS): Referat für Bildung und Sport
🕐Sonntags 10:00 - 12:00
Wöchentlich
Mitglieder und Gäste des Bamiyan Kulturhaus e. V. feiern gemeinsam traditionelle kulturelle Feste wie Nowruz, die Yalda-Nacht und Eid in München.

Kulturelle Feste

Tradition erleben und Gemeinschaft feiern: Ob Nowruz, Yalda-Nacht oder Eid – unsere kulturellen Highlights bringen Menschen zusammen, stiften Identität und schaffen Raum für fröhliche Begegnungen in München.

📍Starke Partnerschaften für unsere Arbeit: In enger Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München – insbesondere dem Referat für Bildung und Sport – sowie weiteren geschätzten Raumpartnern schaffen wir sichere, gut erreichbare Orte für Bildung, Kultur und Begegnung in unserer Stadt.
Saisonal
Übers Jahr verteilt bieten wir kostenlose, mehrsprachige Seminare zu wechselnden Themen – von Berufseinstieg und Zeugnisanerkennung bis hin zu Rente und Vorsorge.

Bildungsworkshops

Bildung schafft Chancen und Orientierung. Über das Jahr verteilt bieten wir praxisnahe, mehrsprachige Workshops zu wechselnden Themen wie Berufseinstieg, Zeugnisanerkennung, duale Ausbildung, Rente sowie Sprach- und Kulturförderung an. Diese Vielfalt ermöglichen wir durch die enge Zusammenarbeit mit starken Partnern wie der KAUSA-Landesstelle Bayern, dem Dachverband der Hazara Organisationen in Deutschland (DHD e. V.), MORGEN e. V. und dem SHZ München.

📍München & Umgebung
💶Kostenlos
Für Jugendliche (auch ohne Begleitung)ErwachseneArbeitssuchende & Familien.
Bamiyan (Afghanistan) und Generationentreffen für Jung und Alt in München mit dem Referat für Bildung und Sport

Generationentreffen

Ein Raum für die Begegnung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Im Mittelpunkt stehen das Erzählen von Geschichten, das Teilen von Lebenserfahrungen und das gemeinsame interkulturelle Lernen.

📍Selbsthilfezentrum München (SHZ)
🕐Individuelle Terminvergabe nach Absprache
Monatlich
Humanitäre Projekte in Afghanistan: Bau eines Wasserdamms, Errichtung von Schulen für Kinder und medizinische Hilfe, unterstützt von der Gemeinschaft in München

Humanitäre Projekte

Humanitäre Projekte in Afghanistan Gemeinsam mit unserer Gemeinschaft und in Zusammenarbeit mit „Ein Herzen für Afghanistan e.V.“ setzen wir uns für nachhaltige Hilfsprojekte vor Ort ein. Wir unterstützen den Bau eines Wasserdamms zur gesicherten Wasserversorgung, die Errichtung von Schulen zur Bildungsförderung von Kindern sowie die medizinische Erstversorgung von Kranken und Verletzten.

📍Ort / Projektgebiet: Region Bamiyan & weitere Provinzen in Afghanistan Organisation
International
Wissenswertes

Wissen, Geschichte & Hintergründe

Hintergrundwissen, Forschung und Geschichten rund um Bamiyan und unsere Programme.

Warum das Erlernen der Muttersprache für die Entwicklung und Zukunft von Kindern mit Migrationshintergrund entscheidend ist

Wenn Familien in ein anderes Land auswandern, ist eine ihrer größten Sorgen der Umgang mit der „Muttersprache” ihrer Kinder. Hindert das Sprechen der Muttersprache das Erlernen der Zweitsprache?

Titelbild der Originalpublikation: Educator Brief, Harvard University, Immigration Initiative Quelle: Harvard Graduate School of Education — Immigration Initiative

Einem Bericht der Harvard University zufolge ist das Bewahren der Muttersprache nicht nur kein Hindernis, sondern eines der wertvollsten kognitiven und emotionalen Kapitalien für Kinder mit Migrationshintergrund.

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse des Harvard-Berichts:

  • Stärkung von Identität und seelischer Gesundheit: Das Bewahren der Muttersprache erhält die emotionale Verbindung des Kindes zu seiner Familie und ursprünglichen Kultur und stärkt sein Identitätsgefühl und Selbstvertrauen.
  • Förderung von Denkvermögen und Lernfähigkeit: Kinder, die beide Sprachen aktiv nutzen, verfügen über eine höhere Problemlösefähigkeit, kritisches Denken und geistige Flexibilität.
  • Unterstützung beim Erlernen der Zweitsprache: Eine solide Grundlage in der Muttersprache erleichtert das Verständnis komplexer Konzepte und beschleunigt das Erlernen der Sprache des Ziellandes.
  • Die Rolle von Lehrkräften und Eltern: Lehrkräfte sollten die Zweisprachigkeit der Kinder unterstützen, und Eltern sollten ermutigt werden, zu Hause in ihrer reichen Muttersprache mit ihren Kindern zu sprechen.

Quelle: Why Heritage Language is Important for Immigrant Origin Children's Development & Learning — Harvard Graduate School of Education, Educator Brief Series (Immigration Initiative at Harvard). Gladys María Aguilar, Michael Ángel Vázquez, Isabel Fitzpatrick.

„München dankt“: Auszeichnung für unser Vorstandsmitglied Mohammad Reza Bagheri

Beim diesjährigen Münchner Selbsthilfetag, veranstaltet vom Selbsthilfe Zentrum München (SHZ) gemeinsam mit der Landeshauptstadt München, wurde unser Vorstandsmitglied Mohammad Reza Bagheri für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit der Urkunde „München dankt” ausgezeichnet.

Verleihung der Urkunde „München dankt" beim Münchner Selbsthilfetag auf der Bühne Von links: A. Hübner (Landeshauptstadt München), F. Kinugawa-Klühspies, E. Herter, S. Thiel, K. Wagenlehner, M. R. Bagheri, C. Kruse, K. Jakob (SHZ). Foto: SHZ / Landeshauptstadt München

Die Urkunde würdigt Menschen, die sich seit vielen Jahren freiwillig für andere einsetzen. Anne Hübner, die die Ehrung im Namen der Stadt München übernahm, sprach dabei von gelebter „Solidarität”. Mohammad Reza Bagheri engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich sowohl im Bamiyan Kulturhaus München e. V. als auch im Hazara Kulturhaus MUC e. V. — und wurde dafür nun von der Landeshauptstadt München geehrt.

Gemeinsam mit ihm wurden in diesem Jahr ausgezeichnet: Eva Herter und Sevan Thiel („Post Vac SHG München – online”), Fujiko Kinugawa-Klühspies (Deutsch-japanischer Verein kultursensible Pflege, DeJaK-Tomonokai e. V.), Christine Kruse („JUKK München – Jung. Krebs-Kontakt”) sowie Kurt Wagenlehner (Blasenkrebs-Selbsthilfegruppe).

Begleitet wurde der Tag von einem bunten Bühnenprogramm aus der Münchner Selbsthilfe-Community — von uigurischer Tanzgeschichte über eine chinesische Tanz- und Modenschau bis zu einem peruanischen Folkloretanz-Workshop und einem Chor der Initiative „Omas gegen Rechts”.

Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und bedanken uns beim Selbsthilfe Zentrum München und der Landeshauptstadt München für die Wertschätzung unserer ehrenamtlichen Arbeit.

Auch das Netzwerk MORGEN München (Netzwerk Münchner Migrant*innenorganisationen), in dem das Bamiyan Kulturhaus e. V. Mitglied ist, hat über die Auszeichnung berichtet: „Herzlichen Glückwunsch! Reza Bagheri erhält die Auszeichnung ‘München Dankt’”

Quelle: einBlick 03|2026, Selbsthilfe Zentrum München (SHZ) — Text: Stefanie Bessler, Öffentlichkeitsarbeit SHZ. Foto: SHZ / Landeshauptstadt München.

Die 8 historischen Stätten von Bamiyan: UNESCO-Weltkulturerbe

Bamiyan – eine Wiege antiker Kultur und Geschichte – nimmt seit dem Jahr 2003 mit 8 geschützten historischen Stätten einen bedeutenden Platz im UNESCO-Weltkulturerbe ein. Zusammen umfassen diese Bereiche ein geschütztes Gesamtareal von 706,45 Hektar:

Luftaufnahme des Bamiyan-Tals mit der Felswand der Buddha-Nischen bei Sonnenuntergang

  • 1. Die riesigen Buddha-Statuen und die Höhlenanlagen (225,25 Hektar): Die eindrucksvollen großen und kleinen Buddha-Statuen sowie die gesamten Höhlenstrukturen, die sich von Ost nach West in den Fels schmiegen und mit seltenen Reliefs und Wandmalereien verziert sind.
  • 2. Das Kakar-Tal (33 Hektar): Enthält historische Höhlenkomplexe, die Buddha-Statue von Kakar sowie antike Wachtürme.
  • 3. Die Höhlen von Qoul-i Akram (200 Hektar): Ein bedeutender historischer Höhlenkomplex im malerischen Foladi-Tal.
  • 4. Die Höhlen von Qoul-i Ghami (205 Hektar): Weitere wertvolle Höhlenformationen im Herzen des Foladi-Tals.
  • 5. Die Festungsstadt Shahr-e Zohak (13 Hektar): Eine imposante, roterdene Festung, die als Meisterwerk antiker Verteidigungsarchitektur gilt.
  • 6. & 7. Kafir-Festung (Bereich A und B) (17 Hektar): Überreste historischer Befestigungsanlagen aus der Blütezeit Bamiyans.
  • 8. Die Ruinenstadt Shahr-e Gholghola und umliegende Höhlen (13,2 Hektar): Die historische „Stadt des Schreiens” nebst allen angrenzenden Höhlen – ein eindrucksvolles Zeugnis der wechselvollen Geschichte der Region.

Gesamtes UNESCO-Schutzgebiet: 706,45 Hektar

Quelle: UNESCO-Welterbeliste (eingetragen 2003)

Bamiyan: Das strahlende Juwel der Geschichte und Zivilisation des Ostens

Das historische Land Bamiyan ist eine der ältesten antiken Stätten auf dem Gebiet des heutigen Afghanistan. Hier wurden einst mit den einfachsten Werkzeugen jener Zeit und durch das Können einheimischer Meister die weltgrößten Felsenstatuen geschaffen. Doch Bamiyan ist nicht nur das Ursprungsland dieser imposanten Monumente – es ist auch der Entstehungsort einiger der frühesten Ölmalereien der Welt. Als Knotenpunkt der legendären Seidenstraße – dem Handelsweg zwischen Ost und West – wurde Bamiyan zu einem Schmelztiegel der Kulturen, Künste und Zivilisationen.

Der kleinere Buddha von Bamiyan in seiner beleuchteten Felsnische

Drehscheibe der Geschichte & Philosophie

Im Laufe der Jahrtausende herrschten große Imperien über Bamiyan, und zahlreiche Eroberer versuchten, diese Region einzunehmen. Bamiyan war gleichzeitig Heimat und Wirkungsstätte von Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern, die unvergängliche Spuren in der Geschichte der Region hinterlassen haben.

Naturwunder & Weltkulturerbe

Neben seiner reichen Geschichte bezaubert Bamiyan durch seine Natur:

  • Eindrucksvolle Kulisse: Seine majestätischen Berge, kristallklaren Quellen und atemberaubenden Landschaften verleihen der Region eine einzigartige Magie.
  • UNESCO-Welterbe: Das Tal beherbergt acht herausragende Kulturdenkmäler, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt sind und weltweite Bekanntheit erlangt haben.

Die Felsnische mit einer Höhle von Bamiyan, im Vordergrund ein blühender Baum im Frühling Foto: Fazeli Photography

Jedes Jahr reisen Menschen aus allen Teilen der Welt an, um diesen historischen und natürlichen Schatz zu bestaunen. Bamiyan steht heute weltweit als Symbol für Zivilisation, Kunst, Geschichte und Schönheit. Wer Afghanistan besucht, ohne Bamiyan gesehen zu haben, verpasst das Herzstück der Pracht dieses Landes.

Autor: Mujtabah Mirzaie – Steinmetz, Meister der Denkmalpflege & Experte für traditionelle Architektur Mehr über den Autor →

Wandmalereien von Bamiyan: Die Musikantinnen aus den Höhlen

„Wenn wir das Alter dieser Wandmalerei mit dem Bau der Buddha-Statuen gleichsetzen, ist dieses Kunstwerk rund 1.600 Jahre alt. Trotz der schweren Beschädigungen im Laufe der Jahrhunderte offenbart das verbliebene Fragment eine faszinierende Szene: Zwei Frauen beim Musizieren – vermutlich als rituelle Darbietung für göttliche Wesen.“

Jahrhundertealte Wandmalerei in einer Höhle von Bamiyan: zwei musizierende Frauen, Aufnahme von Mujtabah Mirzaie aus dem Jahr 2013

Die Sängerin (linke Figur)

  • Physiognomie & Schmuck: Die Frau auf der linken Seite hat mandelförmige Augen, eine feine Nase und leicht verlängerte Ohrläppchen – eine Folge des Tragens von schwerem Ohrschmuck, wie es damals Brauch war.
  • Symbolik der Farben: Sie trägt eine rote, metallisch wirkende Halskette (Oxid-Rot), verziert mit Blumen- oder Sonnenmotiven – ein Symbol für Liebe. Ihr weißes Seidenkleid steht als Symbol für Frieden. Der tiefblaue Hintergrund aus Lapislazuli symbolisiert den Himmel und die grenzenlose Freiheit.
  • Frisur & Haltung: Ihr dunkles Haar ist in einer eleganten, kroneähnlichen Hochsteckfrisur arrangiert. Um diese Höhe zu erreichen, wurden vermutlich Metallstützen eingearbeitet, verziert mit feinen Seidenschals. Ihre Hände sind frei in der Luft erhoben – möglicherweise zur Regulierung ihrer Stimme. Das sanfte Klingen ihrer Armreifen begleitete vermutlich den Gesang.

Die Trommlerin (rechte Figur)

  • Bewegung & Dynamik: Obwohl ihr Gesicht stark beschädigt ist, zeigt die Haltung eine dynamische Bewegung. Ihr dunkles Haar ist mit weißen Seidenbändern gebunden, die durch die Schwungbewegung des Oberkörpers in der Luft wehen.
  • Das Rhythmusinstrument: Sie trägt ebenfalls die symbolträchtige rote Halskette und Armreifen. Mit voller Hingabe schlägt sie auf eine vor ihr stehende Trommel.
  • Harmonie: Ihre Blickrichtung ist exakt auf die Sängerin abgestimmt, um eine perfekte musikalische Harmonie für die Gottheiten zu erzeugen.

Autor: Mujtabah Mirzaie – Zeitzeugnis, Aufnahme von 2013 Mehr über den Autor →

Die Kolossalstatuen von Bamiyan: Forschung, Zerfall und die Münchner Spurensuche

Vom 6. bis zum 10. Jahrhundert war das Bamiyan-Tal eines der weltweit bedeutendsten Zentren für Handel und Religion. Aus den Felswänden meißelten einheimische Künstler zwei monumentale Buddha-Statuen mit einer Höhe von 35 Metern (kleiner Buddha) und 55 Metern (großer Buddha).

Unter der Führung der UNESCO und in Abstimmung mit ICOMOS arbeiteten internationale Experten intensiv an der Dokumentation und Sicherung des Erbes. Eine Schlüsselrolle nahm dabei ein Team der Technischen Universität München (TUM) unter Prof. Erwin Emmerling ein.

Digitale Illustration der beiden Kolossalstatuen von Bamiyan in ihren Felsnischen, in Rot und Weiß nachgezeichnet

Handwerkskunst & Farbenpracht

  • Erstaunliche Materialtechnik: Die Statuen wurden aus dem Sandstein gehauen und mit bis zu 8 cm dicken Leim- und Lehmschichten überzogen. Um Haltbarkeit zu garantieren, nutzte man Stroh zur Feuchtigkeitsregulierung, Tierhaare als Stützfasern sowie Quarz. Befestigt wurden die Schichten mit Seilen an Holzstiften.
  • Oberfläche wie Porzellan: Prof. Emmerling beschrieb auf Schutzkonferenzen, dass die Oberfläche einst extrem glatt war – vergleichbar mit gebranntem Porzellan.
  • Farbenfrohe Phasen: Die Gewänder (Sangati) waren innen dunkelblau und außen rosa, später orange. In einer weiteren Phase erstrahlte der große Buddha in leuchtendem Rot, der kleine in edlem Weiß. Historische Texte aus dem 11. Jahrhundert erwähnen genau diese rote und mondweiße Erscheinung.

Exakte Datierung aus dem Labor

Bisher beruhte das Alter der Statuen auf Schätzungen. Mithilfe von Massenspektrometern an den Universitäten Zürich und Kiel wurden organische Partikel im Lehm datiert:

  • Kleiner Buddha (35 m): Entstanden zwischen 544 und 595 n. Chr.
  • Großer Buddha (55 m): Entstanden zwischen 591 und 644 n. Chr.

Rettung, Konservierung & drohende Gefahren

  • Neue Konservierungsmethode: Da herkömmliche Kunstharze im Klima Bamiyans versagen, entwickelte die TUM gemeinsam mit dem Spin-off Consolidas ein System auf Basis metallorganischer Siliziumverbindungen, um den porösen Sandstein zu festigen.
  • 3D-Modell & Rekonstruktion: Das TUM-Team erstellte ein 3D-Modell der Felswand. Prof. Emmerling betonte, dass beim kleineren Buddha (Tiefe ca. 2 Meter) ein Wiederzusammensetzen der rund 1.400 codierten Fragmente technisch machbar wäre.
  • Akute Einsturzgefahr: Während die Nische des kleineren Buddhas stabilisiert wurde, bleibt die Nische des großen Buddhas ungesichert. Durch Versäumnisse besteht hier weiterhin die akute Gefahr eines Kollapses der größten Felsnische der Welt.

Autor: Mujtabah Mirzaie – Steinmetz, Meister der Denkmalpflege & Experte für traditionelle Architektur Mehr über den Autor →

Quelle: Technische Universität München (TUM), Prof. Erwin Emmerling

Die Höhlen des kleineren Buddhas („Shamama“): Architektur, Pfade und Konservierung

Rund um den kleineren, 35 Meter hohen Buddha – von den Menschen vor Ort liebevoll „Shamama“ genannt – schufen die Baumeister der Antike ein komplexes System aus Räumen, Aufgängen und Verbindungsgängen. Im Fels befinden sich rund um die Nische sechs Haupt- und Nebenhöhlen, die im Uhrzeigersinn von 1 bis 6 durchnummeriert sind.

Dokumentationstafeln zur Restaurierung werden in einer der Kuppelhöhlen von Bamiyan angebracht

Die Aufgänge & das Höhlensystem

  • Der historische Aufgang (Höhle 1): Der ursprüngliche Pfad zur Krone der Statue führte durch die Höhle 1 im Westen. Dieser Gang verband die unteren Räume mit den Höhlen auf der rechten Schulterhöhe des Buddhas. Durch spätere Felsabbrüche ist dieser Weg heute ohne Leitern nicht mehr passierbar.
  • Der linke Treppenaufgang: Ein alternativer Weg führt über Treppen an der linken Seite der Statue empor. Auf diesem Weg passiert man verbliebene Nischen, in denen einst sitzende Buddha-Figuren (aus Stukkatur und Lehm) thronten, sowie Fragmente alter Wandgemälde. Weiter führt der Pfad über eine obere Halle direkt zum Kopf der Statue.
  • Kuppelsäle im Uhrzeigersinn: Folgt man dem Weg im Fels weiter, gelangt man zu zahlreichen Räumen mit kuppelförmigen Decken und reichen Dekorationsresten, bevor die verschlungenen Pfade wieder zum Talboden hinabführen.

Zustand der Höhlen & Herausforderungen für Restauratoren

Höhle 1 (Ausrichtung Ost): Ungeschmückte Wände; helle Konglomerat-Felsstruktur. Herausforderung: Durch historische Rauchansammlungen stark nachgedunkelt; benötigt eine umfassende Reinigung.

Höhle 2 (kreisförmig): Durchmesser ca. 3,66 m, Höhe ca. 2,74 m. Herausforderung: In den Kriegsjahren mit einer grauen Lehmschicht verputzt; stark durch Graffitis beschädigt. Die Decke ist durch Ruß und teerartige Holzverbrennungsrückstände tiefschwarz.

Besonderer Befund: Trotz verrußter Decken und Wände (verursacht durch Jahrhunderte der Nutzung, offener Feuer und Tierfette) verbergen sich unter den Rußschichten der verschlungenen Gänge einige der wertvollsten und am besten erhaltenen Wandmalereien von Bamiyan. Eine Befreiung der antiken Putzschichten von Ruß und Teer erfordert hochspezialisierte restauratorische Verfahren.

Autor: Mujtabah Mirzaie – Steinmetz, Meister der Denkmalpflege & Experte für traditionelle Architektur Mehr über den Autor →

Termine

Events & Höhepunkte

Aktuelle und kommende Termine im Bamiyan Kulturhaus.

29
August 2026

Beruf, Ausbildung & Anerkennung

Orientierung im deutschen Bildungssystem, Wege in die duale Ausbildung (über 300 Berufe), Qualifizierungen sowie die Anerkennung ausländischer Zeugnisse und Abschlüsse.

Highlight
29
August 2026

Rente & Finanzielle Vorsorge

Beschreibung: Verständliche Informationen über das deutsche Rentensystem, die gesetzliche Absicherung und praktische Schritte zur Vorbeugung von Altersarmut.

Highlight
04
Juli 2026

Ehrung „München dankt!“

Auszeichnung der Landeshauptstadt München für unser ehrenamtliches Engagement.

Highlight
laufend

Farsi-Kurs – neue Gruppen

Balanstr. 208, München. Anmeldung jederzeit über unser Kontaktformular möglich.

Laufend
Engagement

Mitmachen & Ehrenamt

Ob als Kursleitung, bei Events oder im Vorstand – wir freuen uns über jede helfende Hand.

Ehrenamtlich helfen

Unterstütze Programme, Events oder die Organisation im Alltag des Vereins.

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Adresse Rotbuchenstr. 59
81547 München
Telefon / WhatsApp +49 157 5413 9487

Vorstand Mohammad Reza Bagheri
Gründer & Vorstandsvorsitzender